Stiftungen

IBSA Foundation präsentiert in Zürich eine neue Studie über die sinkende Geburtenrate in der Schweiz

IBSA - Zurigo - 0027_Web

Die sinkende Geburtenrate und der nachlassende Kinderwunsch stellen ein komplexes und zentrales Problem für die Zukunft unserer Gesellschaft dar. Um dieses wachsende Phänomen gründlich zu analysieren, unterstützte IBSA Foundation für wissenschaftliche Forschung – der Hauptförderer der Aktivitäten der sozialen Verantwortung der IBSA Group – die Studie „Elternschaft in der Schweiz – Ein Bericht über (Un)Fruchtbarkeit und Kinderlosigkeit“, die von der Universität Zürich durchgeführt wurde. 

Die Forschungsergebnisse wurden am 9. Juni im Careum Auditorium in Zürich, Schweiz, im Rahmen einer Podiumsdiskussion vorgestellt, an der Wissenschaftler, Ärzte und Politiker teilnahmen. Die Studie untersucht, inwiefern der Rückgang der Geburtenrate das Ergebnis eines kulturellen Wandels ist, in dem Elternschaft nicht mehr als selbstverständliches Ziel betrachtet wird, sondern als bewusste Entscheidung, die Selbstverwirklichung, die emotionale Beziehung zu den eigenen Kindern, finanzielle Fragen und die Unsicherheit über die Zukunft berücksichtigt.

ELTERNSCHAFT: EINE LEBENSSTILENTSCHEIDUNG

IBSA - Zurigo - 0937_Web

Die Ergebnisse zeigen, dass die Entwicklung in der Schweiz den europäischen Trends entspricht und verdeutlichen, dass Elternschaft zunehmend, als Lebensstilentscheidung betrachtet wird. Die Forschungsergebnisse zeigen insbesondere Folgendes:

  • Der Anteil junger Menschen, die sich gegen Kinder entscheiden, hat sich in zehn Jahren fast verdreifacht und ist von 6 % auf 17 % gestiegen.
  • Das Durchschnittsalter bei der Geburt des ersten Kindes liegt bei 31,3 Jahren und gehört damit zu den höchsten in Europa, was den Trend zu einer immer späteren Elternschaft bestätigt.
  • Unfruchtbarkeit ist eine Erfahrung, die jeden fünften Menschen betrifft, dennoch wird selten darüber gesprochen und ihre psychologischen Auswirkungen werden immer noch zu wenig beachtet.
  • Es gibt Informationslücken: Ein Drittel der Bevölkerung glaubt, dass die Fruchtbarkeit von Frauen erst nach dem 40. Lebensjahr deutlich abnimmt – eine wissenschaftlich unkorrekte Annahme.

Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Geburtenrückgang in der Schweiz nicht auf eine einzige Ursache zurückzuführen ist“, so Prof. Dr. Jörg Rössel, Professor für Soziologie an der Universität Zürich und einer der Studienleiter. „Die Umfrage spiegelt einen tiefgreifenden Wandel der Werte und Lebenspläne der Bevölkerung wider.“ Auch das Familienverständnis verändert sich: Emotionale Bindungen und Sorgearbeit erhalten gegenüber traditionellen Familienstrukturen ein immer grösseres Gewicht."

DIE VERANSTALTUNG IN ZÜRICH: DAS SCHWEIGEN RUND UM DIE UNFRUCHTBARKEIT BRECHEN

IBSA - Zurigo - 0447_Web

Während der von der Journalistin und Gastgeberin Marina Villa moderierten Podiumsdiskussion wurden diese Ergebnisse und ihre Implikationen erörtert: Fachleute aus den Bereichen Soziologie, Reproduktionsmedizin und Politik tauschten sich über das demografische Bild, die Gründe für die sinkende Geburtenrate, die oft ignorierten biologischen Grenzen und die Auswirkungen auf die öffentliche Politik und das Gesundheitssystem aus.

In der Debatte wurde eindrücklich auf die Notwendigkeit hingewiesen, das Schweigen und die Tabus, die das Thema Unfruchtbarkeit noch immer umgeben, zu brechen und die Kluft zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und geltendem Recht zu überbrücken.

Diese Forschung setzt den Weg fort, den IBSA Foundation 2017 in der Schweiz eingeschlagen hat, um den Zusammenhang zwischen Fruchtbarkeit, Elternschaft und sozialen Veränderungen zu erforschen. Heute hat sich der Kontext grundlegend verändert, und es genügt nicht mehr, biologische oder medizinische Aspekte in Frage zu stellen: Es ist notwendig zu verstehen, wie sich Erwartungen, Lebenspläne und die Bedeutung von Familie selbst weiterentwickeln. „Diese Studie bietet eine solide Grundlage, um diese Fragen mit Daten und nicht mit Wahrnehmungen zu beantworten“ , so Silvia Misiti, Direktorin von IBSA Foundation.

IBSA FOUNDATION UND DIE UNIVERSITÄT ZÜRICH

IBSA - Zurigo - 1114_HIRES

Die Studie ist ein konkretes Beispiel für die Mission von IBSA Foundation für wissenschaftliche Forschung: die Förderung von „Wissenschaft für alle“ und die Übersetzung der Komplexität wissenschaftlicher Forschung, um eine informierte und konstruktive Debatte anzuregen

Die Zusammenarbeit mit exzellenten akademischen Partnern, wie der Universität Zürich in diesem Projekt, ist ein Schlüsselelement dieses Ansatzes. Sie gewährleistet die wissenschaftliche Strenge, die notwendig ist, um komplexe Probleme anzugehen und der Gesellschaft eine solide Wissensgrundlage zum Nachdenken zu bieten.